Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien
vom 10. Januar 1997

 

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen; er darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden (§ 2 des Tierschutzgesetzes).


Deshalb müssen vor dem Kauf eines Reptils Kenntnisse über die Biologie der betreffenden Art und die sich daraus ergebenden Haltungsanforderungen erworben sowie ein Terrarium für seine artgemäße Haltung vorbereitet werden. Dem Erwerb von Nachzuchten ist grundsätzlich der Vorzug zu geben.

Die Ernährung

   

Die Hauptnahrung sollte aus Heimchen, Grillen oder Heuschrecken bestehen, die regelmäßig vor der Verfütterung abwechselnd mit Vitamin – Kalziumpulver bestäubt werden (etwa jede zweite Fütterung). Dies ist vor allem für junge Tiere sehr wichtig, damit sie genug Vitamine für den Wachstum aufnehmen, aber auch ältere Tiere kommen nicht ohne Vitamine aus.



Für einen guten Knochenbau ist Kalk bzw. Kalzium erforderlich, deshalb sollte man den Tieren, vor allem im Wachstum, immer etwas Sepia oder Kalziumpulver in einer Schale anbieten, diese findet man im Zoofachgeschäften. Sollten die Tiere im Wachstum zu wenig Kalzium zu sich nehmen, kann es vorkommen, das  die Knochen zu weich werden und sich verformen, das kann man wohl keinem Tier zumuten !!! 

 

Ich benutzte selber folgende Präparate:

- Exo Terra Electrolyte und Vitamin D3

- JBL Micro Calcium

- JBL TerraCrick zur Fütterung der Futtertiere

- Leopardgecko Calcium Plus

- Nekton Rep Color

- Nekton MSA (Mineralstoffe + Vitamin D3 Aufbaupräparat)

( Siehe Foto unten)


 

 

Bei kleinen Geckos muss man mit der Größe der Futtertiere etwas aufpassen, das ungefähre Maß ist: die Länge der Heimchen/Grillen darf nicht größer sein als die Kopfbreite des Geckos. Bei adulten Tieren kann es ruhig mal größere Brocken sein. 



 
 

Weiteres lieben Leopardgeckos Mehlwürmer, Zophobas und  Wachsmaden, diese werden meiner Meinung nach besser angenommen als Heimchen. Der Nachteil ist jedoch, dass diese Würmer/Maden kaum aus Nährstoffen sondern hauptsächlich aus Fett bestehen, daher sind sie als Hauptnahrung gänzlich ungeeignet, als ,,Snack“ zwischendurch sind jedoch in Ordnung. Wenn allerdings zu viele verfüttert werden, können die harten Chitin- Panzer der Würmer Probleme bei der Verdauung hervorrufen, darum sollte man ausschließlich frisch gehäutete Mehlwürmer/Zophobas (weiße) verfüttern.

 

Nur für ausgewachsene Tiere bieten sich auch noch kleine nackte Mäuse an, die sehr nahrhaft sind. Als weiteres Futter gibt es noch Schaben und für eine abwechslungsreiche Ernährung ist sicher jeder Leopardgecko dankbar.



Ich füttere meine adulten Leo´s 2-3-mal pro Woche mit jeweils 3-5 Grillen pro Tier. Frisch geschlüpfte Geckos sollte man täglich mit ein paar Heimchen entsprechender Größe füttern, ab den 4. bis 6. Monat auch nur noch jeden 2. oder 3. Tag. Zwischendurch gibt’s manchmal Mehlwürmer, aber nur als ,,Snack“!!!

Eine allgemeine Richtlinie, wie oft und wie viel man füttert muss, gibt es nicht. Es ist darauf zu achten, dass der Schwanz schön dich ist, da dieser den Fettspreicher darstellt. Sonst sollte der Gecko aber schön schlank bleiben, denn wenn er am Körper merklich Fett ansetzt war´s wohl doch zu viel mit der Fütterung ;-)

 

 

Die häufigsten Futterinsekten:


Heimchen und Grillen

Im Handel werden verschiedene Arten in unterschiedlichen Entwicklungsstadien angeboten, die alle sehr gut für die Ernährung der Leopardgeckos geeignet sind. Es lässt sich also auch für jeden Entwicklungsstand des Leo´s die passende Futtergröße finden. Achtung, Heimchen sind sehr flink und können auch schnell mal entwicht sein. Gerade die Männlichen Insekten können einem mit ihrem lauten zirpen den schlaf rauben!! Aus diesem Grund werden Heimchen und Grillen bei mir nur per Pinzette verfüttert, da   sie sich auch in der kleinsten Ecke im Terrarium verstecken. Als Futter dient Salat, Wiesenkräuter, Apfel, Karotte und Hundeflocken.

 


Heuschrecken

Wie die Heimchen sind auch alle Arten der Heuschrecken sehr gut für die Ernährung der Leopardgeckos geeignet. Vor allem lassen sich entwischte Tiere, auf Grund dass sie sich nicht verstecken, sehr einfach wieder einzufangen. Und sie machen keinen Krach..;-) Bei wärmeren Temperaturen legen die Tierchen ein lebhaftes verhalten an den Tag und animieren die Leo´s zu wilden Verfolgungsjagden. Bei täglicher Versorgung der Heuschrecken mit frischen Salat, Gras oder Wiesenkräutern halten sie sich über mehrere Wochen. 

 

Schaben

Zur Verfütterung werden überwiegend tropische Arten angeboten. Diese vermehren sich nur schwer in der Wohnung im Gegensatz zu den Europäischen Hausschaben. Sie werden feucht gehalten und sind als Futtertier sehr gesund. 


Mehlwürmer

Bei Mehlwürmern handelt es sich um die Larven des Mehlkäfers. Sie sind sehr fettreich und haben eine dicke Chitinhülle. Sie sollten also nicht zu oft gefüttert werden, da die Leo´s so schnell verfetten. In flachen Schalen können sie jedoch einfach verfüttert werden. Ich lege z.B. ab und zu ein paar Würmer in eine flache Schale mit gemahlenen Sepia. So nehmen meine Geckos gleichzeitig bei jedem Happen etwas des Pulvers auf. Als Futter der Würmer eignet sich z.B. Müsli.


Rosenkäferlarven

Sie eignen sich sehr gut zur Fütterung der Leo´s, werden allerdings nicht immer von allen gefressen. Bei Zimmertemperatur lassen sie sich über einige Wochen ohne Probleme halten. Es sollten allerdings vor dem Verfüttern die Köpfe der Tiere zerdrückt werden, da sie die Leos mit ihrem starken Gebiss verletzen können.
Als Futter der Larven dient morsches Holz oder alte Baumwurzeln. 


Wachsmottenlarven

Auf die Maden der Wachsmotte sind Leopardgeckos ganz wild. Auch der flatternden Motte wird gerne hinterher gejagt. Allerdings muss man oft Geduld haben um an die Maden heran zu kommen, da sie in einer trockenen bräunlichen Masse angeboten werden und man sie häufig erst aus ihren Puppen pulen muss.


Zophobas

 

Die Larven werden ca. 5 cm Lang und ähneln den Mehlwürmern. Die Käfer werden bis zu  4 cm groß. Verfüttern sie aber bitte nur Larven. Zur Haltung eignen sich am besten eignen sich Behälter aus starkem Kunststoff (PVC Wannen, Untertassen von Nagerkäfigen etc.) oder Glasaquarien.